Speziesismus raus aus den Köpfen – Wir hatten ja schon einmal angeteasert, dass wir uns zu bestimmten Themen evtl. etwas unbequem äußern werden. Kuschelkurs wäre uns lieber, aber es prallt eben auch nicht alles an einem ab, was man so zu hören bekommt. In dieser Folge beschäftigen wir uns mit der speziesistischen Denkweise, von der wir alle nicht frei sind. Dennoch sollten wir uns bemühen, sie zu erkennen, wenn sie unser eigenes Verhalten leitet, oder unsere Äußerungen bestimmt. Denn nur, wenn wir uns von dem Gedanken lösen, dass andere Tiere grundsätzlich anders zu betrachten seien, können wir als wahre Verbündete für ihre Rechte kämpfen.
Scheiß Kulturkampf? Speziesismus raus aus den Köpfen
In letzter Zeit bemerken wir vermehrt, dass die Abwertung anderer Tiere selbst von veganen Aktivisti relativiert wird. Man gibt ausschließlich einem System die Schuld, das auf Ausbeutung basiert. Individuelle Konsumkritik sei nicht zielführend für die Tierbefreiung und Kulturkampf als ein Hindernis für die Sache dargestellt. Wir finden, dass Kulturkampf als gesellschaftliche Debatte über unser Moralsystem unfassbar wichtig ist. Das war er immer und wird es immer sein, in jedem System. Denn jedes System, was von Menschen errichtet wird, basiert auf einem Wertekanon, den es immer wieder auf den Prüfstand zu setzen gilt.
Scheiß System!
Das bedeutet nicht, dass man seinen Blick nicht weiten sollte. Probleme zu erkennen, die zu Ausbeutung führen und diese auch zu benennen ist richtig, aber Eigenverantwortung ist nicht minder von Bedeutung. Ist Speziesismus nur die logische Konsequenz eines Systems, das auf Ausbeutung basiert, oder macht er die Ausbeutung erst möglich? Für beide Ansichten gibt es Argumente und wahrscheinlich befeuern sich Mechanismen sowieso wiedermal gegenseitig. Wir glauben, dass Diskriminierung tief in uns verwurzelt ist, dass sie Auswuchs einer alten Funktion des Überlebens und daher so schwer zu überwinden ist.
Speziesismus überwinden
Wir grenzen uns hiermit nicht von Ansätzen ab, die danach streben, Tiere zu befreien. Tierbefreiung ist unser sehnlichster Wunsch. Aber wir sprechen ein Veto aus. Wenn der Kampf gegen das System zu einer Solidarisierung mit Tätern führt, wenn der Opferstatus von anderen Tieren nicht klar anerkannt und stattdessen relativiert wird, dann reißen wir vielleicht eine Welt ein, die uns nicht gefällt, errichten aber keine bessere. Wenn wir Speziesismus nicht ernst nehmen und leidenschaftlich bekämpfen, wird er niemals überwunden werden. Lasst uns also nicht müde werden, es in die Welt zu rufen: „Speziesismus raus aus den Köpfen!“
Mit den besten Absichten, eure Erbsen ♥